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Knappes Wasser spricht für Umstellung

Knappes Wasser spricht für Umstellung

1. Juli 2022Regionale BeschaffenheitPresse-ArtikelConrad Thimm

Sachsen-Anhalt und Bio: Das ist trotz erfolgreicher Betriebe eine insgesamt mühsame Verbindung. Auf 100er Böden können sich das viele nicht vorstellen. Aber es fehlen auch die Verarbeitung und die politische Unterstützung, zeigt Conrad Thimm.

Foto: Rutt

Sachsen-Anhalt ist zweigeteilt: Im Norden und Osten die leichten, armen Böden, im Süden die fruchtbaren, tiefgründigen Schwarzerden. Genauso verteilen sich auch die Bio-Flächenanteile. Im Norden und Osten (Wittenberg, Stendal, Altmark) haben fast alle Landkreise zwischen 10 und 20 % Bio-Flächenanteil und in den typischen Lößbörden (Saalkreis, Börde) nur um die 4 %.

Bei genauerem Hinschauen gibt es noch die überwiegend fruchtbaren Flussauen an Elbe, Saale und Mulde und das nördlichste Mittelgebirge, den Harz. Er sorgt dafür, dass das sowieso schon sehr trockene Sachsen-Anhalt in seinem Regenschatten extrem trocken ist. Mitte Mai 2022 hatten die leichten Böden Sachsen-Anhalts (wie auch Brandenburgs) nicht einmal 30 % ihrer nutzbaren Feldkapazität. Die schweren Böden Sachsen-Anhalts haben immer noch 60 – 80 % ihrer nFK – außer genau im Regenschatten des Harzes, wo sie schon bei unter 50 % angekommen ist.

Große Ackerbautraditionen haben ihren Ursprung in Sachsen-Anhalt. Auf den leichten Böden wurde Schulz-Lupitz, einer der Väter der DLG, nicht nur zum Pionier der Kali- und Phosphor-Düngung, sondern auch zum Entdecker der Fähigkeiten von Leguminosen, Stickstoff zu sammeln. Auf dieser Erkenntnis beruht der heutige Ökolandbau. In Zeiten extremer Energie- und N-Düngerkosten könnten sich auch konventionelle Landwirte dieser Möglichkeit der Selbstversorgung besinnen. Jedenfalls, wenn sie Kleegras verfüttern oder es in einer Futter-Mist-Kooperation, als Biogas-Substrat oder mindestens als Cut’n Carry-Dünger für hochpreisige Kulturen nutzen können.

In der Magdeburger Börde liegt die Wiege der deutschen Zuckerrübe in einem Ort, der sich heute »Zuckerdorf Klein Wanzleben« nennt. In Bio ist die Zuckerrübe allerdings ein Nischenprodukt: Nur 20 Biobetriebe bauen in Sachsen-Anhalt Zuckerrüben auf ca. 400 ha an.

Öko auf Schwarzerde. Um im Rübenanbau die Handhacke bzw. die damit verbundenen Kosten zu vermeiden, hat Familie Saudhof auf dem Hof Nelben im Salzlandkreis (Bernburg) schon 2020 einen Farmdroid-Roboter angeschafft. Sie war damit einer der ersten zehn Betriebe in Deutschland. Heute sind es über hundert. Ihre Erfahrungen haben Marie Saudhof und Vater Matthias der BauernZeitung geschildert: Das Gerät läuft zwar von allein, aber man muss sich doch immer wieder kümmern. Auch auf superebenen Böden und auch nachts, weil es 24 Stunden am Tag laufen muss, um insgesamt 20 – 35 ha Zuckerrüben zu säen. Will man mehr, muss man früher beginnen (Frostgefahr) oder über einen längeren Zeitraum säen (Gefahr von Mindererträgen, weil schon Anfang September gerodet werden muss). Hacken in der Reihe geht schneller und ist nicht ganz so zeitkritisch. Bei Erträgen zwischen 18 und 35 t/ha Zuckerrüben sehen die Saudhofs allerdings keine Alternative zum Einsatz des »Robbis«.

»Tiefgründiger Löss lässt sich einfach bearbeiten, ist umsatzaktiv, speichert viel Wasser, und verliert bei < 600 mm Jahresniederschlag kaum Stickstoff. Hier entscheidet die Praxis den Ertrag, weniger Standortgrenzen oder Witterungsunbilden.« Das schrieb Gustav Alvermann im Juniheft der DLG-Mitteilungen zu Nordrhein-Westfalen. Für Sachsen-Anhalt gilt das umso mehr, vorausgesetzt, es wird nicht auf Dauer so trocken, dass die Luzerne auch die tiefsten pflanzenverfügbaren Wasserreserven verbraucht.

Wenn das Wasser nur für 60 dt/ha reicht, ernten die »Konvis« nicht mehr, nur mit viel mehr Aufwand.

— Eberhard Weißkopf, Magdeburger Börde, 700 ha, 60 – 100 Bodenpunkte, < 450 mm Niederschlag, 80 ha Zuckerrüben, drei Farmdroid-Roboter
Eberhard Weißkopf, Magdeburger Börde, 700 ha, 60 – 100 Bodenpunkte, < 450 mm Niederschlag, 80 ha Zuckerrüben, drei Farmdroid-Roboter.

Gute Ackerbauer machen gute Standorte interessanter für Bio. Aber zeigt sich das auch in der Realität? Laut Landwirtschaftszählung 2020 hat Sachsen-Anhalt 565 Biobetriebe mit 108 684 ha, je Betrieb im Schnitt also 192 ha. Die Betriebe sind damit ähnlich groß wie in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings ist der landesweite Bioflächenanteil mit 9,3 % vier bis fünf Punkte niedriger als in diesen Nachbarländern und auch etwas niedriger als im Bundesschnitt. Dabei hat Sachsen-Anhalt seit 2018 deutlich aufgeholt, als niedrige konventionelle Preise viele Ackerbauern zur Umstellung animierten und eine grüne Landwirtschaftsministerin besonders hohe Umstellungsprämien auslobte. Allerdings ging dem Land dann schnell das Geld aus. Heute sind die Produktpreise hoch, und die Umstellungstendenz geht wie in ganz Deutschland gegen null.

Einige große LPG-Nachfolgebetriebe haben 2018 ihre schwächsten Flächen als eigenständigen Betrieb ausgegründet und umgestellt. Niedrige Erträge wurden durch höhere Produktpreise und die Prämie mehr als ausgeglichen. Wenn dann noch der gewohnte Beratungsring wie der in Dessau-Roßlau die leidige Antragsbürokratie übernahm, war der Weg hin zu Bio schon sehr niedrigschwellig.

Bodenfeuchte-Modellierung: Auf den leichten Standorten (ganz links) zeigte sich Trockenheit flächendeckend schon Anfang Mai. Auf schwereren Böden werden die trockenen »Flecken« im Regenschatten des Harzes deutlich. — Grafik: DWD, Stand: 8. Mai 2022

Bildbeschreibung: Die Grafik zeigt zwei Deutschlandkarten der DWD-Bodenfeuchte-Modellierung mit dem pflanzenverfügbaren Wasser in Prozent der nutzbaren Feldkapazität (Farbskala 10 bis 120 % nFK). Die linke Karte (leichte Böden) zeigt für den Nordosten Deutschlands einschließlich Sachsen-Anhalts großflächig niedrige Werte im gelben Bereich; die rechte Karte (schwerere Böden) liegt überwiegend im grünen bis blauen Bereich, mit deutlich trockeneren »Flecken« im Regenschatten des Harzes. Quelle der Karten: Deutscher Wetterdienst (erstellt 23.05.2022), © GeoBasis-DE/BKG (2022); Grafik: DWD, Stand: 8. Mai 2022.

Der Faktor Vieh. Viele dieser Betriebe halten noch Milchvieh. Es bleibt auch nach der Umstellung oft im konventionellen Betrieb, versorgt aber im Rahmen einer Kooperation den Biobetrieb mit organischem Dünger. Auf den Schwarzerden in Sachsen-Anhalt ist Milchvieh zwar die Ausnahme, allerdings keineswegs so vollkommen exotisch wie etwa in der Hildesheimer Börde oder der Köln-Aachener Bucht. Die regionale Trennung zwischen Ackerbau und Milchvieh ist hier noch nicht ganz so weit fortgeschritten. Kleinräumige Kooperationen, inner- und außerbetrieblich, sind daher eher möglich. Allerdings ist in den letzten Jahren auch in Sachsen-Anhalt die Anzahl der Milchkühe insgesamt wegen mangelnder Rentabilität und Fachkräftemangel weiter zurückgegangen. Laut der neuesten Milchkontrolle 2021 hat Sachsen-Anhalt konventionell noch 93 447 Milchkühe mit einem Schnitt von 10 174 kg bei 4 % Fett und 3,45 % Eiweiß. 2 208 Biokühe kommen auf einen Schnitt von 7 709 kg bei 4,17 % Fett und 3,36 % Eiweiß.

Biobetriebe mit Milchvieh sind eher auf den leichteren Standorten der Altmark und in den Flussauen zu finden. Nach dem Aus der Herzgut-Molkerei in Thüringen geht alle Biomilch, die nicht lokal verarbeitet wird, nach Brandenburg zur Gläsernen Molkerei Münchehofe oder zur Luisenhof Milch Manufaktur für Berlin oder nach Mecklenburg-Vorpommern zu Arla in Upahl oder zur Gläsernen Molkerei in Dechow.

Auch Biolegehennen und -geflügel gibt es. Für den LEH produziert Lorenz Eskildsen. Als Schleswig-Holsteiner hat er kurz nach der Wende im Harzvorland eine ehemalige DDR-Geflügelzuchtstation um- und ausgebaut. Er ist ein wichtiges Mitglied im Verbund Ökohöfe, der seinen Sitz in Wanzleben, Börde, hat. Inzwischen betreibt Eskildsen allerdings mehr Standorte in Sachsen als in Sachsen-Anhalt.

Mit 15 Hauptfrüchten sind wir gut aufgestellt. Irgendwas geht immer.

— Peter Warlich, Gut Apenburg, Altmark. 750 ha Acker, 100 ha Grünland, Mutterkühe, 18 – 60 Bodenpunkte, < 500 mm Niederschlag
Peter Warlich, Gut Apenburg, Altmark. 750 ha Acker, 100 ha Grünland, Mutterkühe, 18 – 60 Bodenpunkte, < 500 mm Niederschlag.
Ökoflächenanteile in Sachsen-Anhalt (2020 in %). — Quelle: Stat. Dienste des Bundes und der Länder

Bildbeschreibung: Die Karte stellt die Ökoflächenanteile der Landkreise in Sachsen-Anhalt für das Jahr 2020 (in %) dar. Die ausgewiesenen Werte reichen vom Höchstwert 19,5 % im Osten (Raum Wittenberg) über 16,3 % und zweimal 11,2 % im Norden und in der Mitte, 8,2 %, 8,0 % und 7,0 %, bis zu 4,2 %, 4,0 %, 3,9 % und 3,5 % in den Bördelandschaften und im Süden. In die Karte eingetragen sind vier im Beitrag vorgestellte Betriebe: Peter Wahrlich (Apenburg), Axel Karlstedt (Köthen), Eberhard Weißkopf (Altenweddingen) und Biotopia (Greifenhagen). Quelle: Statistische Dienste des Bundes und der Länder.

Der Absatzmarkt. Sachsen-Anhalt hat mit 100 Einwohnern/km² die geringste Bevölkerungsdichte in Deutschland nach Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, das durch Berlin ein Sonderfall ist. Es hat nur zwei kleine Großstädte, Halle und Magdeburg. Der regionale Markt für Bio ist somit überschaubar. Die Bevölkerungszahl nimmt in den Städten wie auf dem Land weiter ab. Ob sich diese Entwicklung durch Intels »Halbleiter-Megafab«, die 3000 Arbeitsplätze im Betrieb und »Tausende« bei Zulieferern bescheren soll, dreht? Landwirte sind jedenfalls entsetzt, dass dafür 1000 ha 100er Böden geopfert werden, während nur 10 km weiter nördlich jede Menge 35er Böden auch mit Autobahnanschluss zur Verfügung stehen.

Ackerfrüchte werden überregional vermarktet. Getreide und andere Mähdruschfrüchte kommen vor allem von Betrieben mit einigen 100 ha. Sie nutzen die Skaleneffekte voll aus. Bei über 1 000 ha wird die Komplexität im Biolandbau größer und der Fachkräftemangel zur großen Herausforderung.

Mähdruschfrüchte aus Sachsen-Anhalt sind begehrt, weil sie meist aus größeren relativ einheitlichen Partien bestehen. Vor allem auf den Schwarzerden werden gesuchte Qualitäten wie Konsumweizen mit höheren Kleberwerten erzeugt. Auch 2 600 ha Körnermais, 2 000 ha Süßlupine und 1 300 ha Sonnenblumen, überwiegend von den leichteren Böden, 1 600 ha Erbsen in allen Regionen, 900 ha Ackerbohnen, 400 ha Soja und 350 ha Raps in Bioqualität gedeihen in Sachsen-Anhalt.

Die niedersächsische Öko-Korn-Nord w. V. mit Hauptsitz in der Lüneburger Heide betreibt ein Lagerhaus in Magdeburg und kauft dort vor allem die Backqualitäten ein, an denen es in der Lüneburger Heide mangelt. Auch andere etablierte Biogetreidehändler wie Naturland Markt und Gut Rosenkrantz erfassen gerne in Sachsen-Anhalt. Rosenkrantz betreibt einen eigenen, extensiven Bioackerbau-Betrieb auf leichten Böden rechts der Elbe im Jerichower Land. Agravis Ost betreibt in Frankleben im südlichen Saalekreis einen biozertifizierten Standort. Diverse Biofutter- und -ölmühlen würden gerne mehr aus heimischen Quellen beziehen und sehen aufgrund der Böden und des Klimas beste Chancen für Sachsen-Anhalt.

Ackerbauland Sachsen-Anhalt

Im Landesschnitt Sachsen-Anhalts sind 85 % der LF Acker und nur 15 % Grünland; in den Börden sogar 89 – 96 % Acker und nur 4 – 11 % Grünland. In der Altmark, Stendal und Wittenberg finden wir hingegen »nur« 74 – 78 % Acker und 22 – 26 % Grünland. Die übrigen Landkreise liegen dazwischen. Wie schon häufiger im Lauf dieser Serie gesehen, sind höhere Bioflächenanteile in Regionen mit höheren Grünlandanteilen auch in Sachsen-Anhalt zu verzeichnen.

Von den Bioflächen sind im Landesschnitt 64 % Acker und 35 % Grünland – verteilt zwischen 81 % Acker und 19 % Grünland im Burgenland- und im Saalekreis und 54 % Acker und 46 % Grünland im Jerichower Land. 20 % höhere Grünlandanteile bei Biobewirtschaftung bestätigen wohl die Erfahrung, dass Bioprämien am meisten auf Flächen mit niedrigen Produktumsätzen lohnen.

45 % der konventionellen Betriebe in Sachsen-Anhalt sind viehlos, in Bio sogar 47 %. Die konventionellen kommen damit auf einen landesweiten Schnitt von 0,35 GV/ha und die Bios sogar nur auf 0,19 GV/ha.

Kreislaufwirtschaft auf leichten Böden. Je leichter die Böden, umso mehr werden Tiere in der Kreislaufwirtschaft zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit der Biobetriebe gebraucht. Einen besonderen Kreislauf hat Hubertus von Rundstedt auf dem Rittergut Schönfeld in der Altmark installiert – unter dem Motto »im Roggen-Kreislauf Schweine mästen«. Roggen wird in der Ration zu 15 % (Vormast) bis 30 % (Mittel- Endmast) eingesetzt. Er fördert auch die Gesundheit der Tiere. Roggen ist bei Frühsaat bis Mitte September und durch den frühzeitigen Einsatz des Schweinemistes auf die Stoppel der Vorfrucht die ertragssicherste Druschkultur bei Trockenheit. Seine Veredlung ist immer sinnvoll und besonders überzeugend in Jahren, in denen das Bioroggenangebot die Nachfrage überschreitet.

Kartoffeln: Eine Nische in der Nische. Auf weniger als 1 % der Bioflächen Sachsen-Anhalts bauen 60 Betriebe Kartoffeln an. Im benachbarten niedersächsischen Wendland boomt dagegen der Biokartoffel- und -gemüsebau mit Beregnung und klimatisierten Lagern. Einer der Akteure dort, Carsten Niemann, Geschäftsführer der Bio Kartoffel Nord GmbH & Co, hat kurz nach der Wende in Ritzleben bei Salzwedel, Altmark, wenige Kilometer von Niedersachsen entfernt, einen Betrieb übernommen und auf Bio umgestellt. Inzwischen bewirtschaftet er knapp 400 ha Acker, davon 80 ha Kartoffeln zum Teil mit Beregnung. Trotz des Erfolges hat sein Beispiel in Sachsen-Anhalt jedoch nicht Schule gemacht.

Die Preisspirale macht mir aktuell große Sorgen.

— Axel Karlstedt, Mitglied der Unternehmensleitung Hof Pfaffendorf bei Köthen, 3 000 ha Acker, 650 Milchkühe plus Nachzucht, 85 Bodenpunkte, < 400 mm Niederschlag
Axel Karlstedt, Mitglied der Unternehmensleitung Hof Pfaffendorf bei Köthen, 3 000 ha Acker, 650 Milchkühe plus Nachzucht, 85 Bodenpunkte, < 400 mm Niederschlag.

»Ganzheitliche« Ansätze. Der Biohof Ritzleben hat 60 ha Grünland und eine Futter-Mist-Kooperation, von der er Festmist zur Düngung und Humuserhaltung bezieht. Der Betrieb gehört zur Initiative »Landwirtschaft für Artenvielfalt« von WWF, Biopark und Edeka, wissenschaftlich begleitet vom ZALF, in Müncheberg. Ziel ist eine nachweisliche Erhöhung der Vielfalt der wild lebenden Tier- und Pflanzenarten in landwirtschaftlich geprägten Lebensräumen. Dazu werden mit jedem einzelnen Betrieb detailliert spezifische Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität abgemacht, ausgewertet und kommuniziert. Derzeit beteiligen sich daran 85 Betriebe in Deutschland mit einem klaren Schwerpunkt im Nordosten.

Ein ganzheitliches Bioprojekt im Mansfelder Land im Regenschatten des Harzes ist Biotopia Greifenhagen. Der Betrieb umfasst 100 Milchkühe, 450 ha Acker, eine Gärtnerei mit Folienzelten und einer Chicorée-Treiberei, eine Hofmolkerei, einen Feinkost-Hofladen, Ferienwohnungen, einen Lieferservice, einen Verkaufsladen in Halle sowie die Belieferung eines Biocaterings und des Biogroßhändlers Naturkost Erfurt.

Ihre Zukunft sehen Biolandwirte in Sachsen-Anhalt insgesamt nicht rosig. Biotopialeiter Klaus Feick schreibt in einem Blog zur aktuellen Agrarpolitik in Sachsen-Anhalt: »Während andere Länder Ausbauziele für den Ökolandbau formulieren, spricht die neue Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag lediglich von Bestands- und Vertrauensschutz für den Ökolandbau … Damit stehen nun noch nicht einmal genügend Mittel zur Verfügung, um die bestehenden Ökobetriebe in der bisherigen Höhe zu fördern … Tatsache ist aber, dass es damit nicht nur keinen weiteren Ausbau des Ökolandbaus in Sachsen-Anhalt geben wird, sondern dass sogar langjährig etablierte Ökobetriebe in Sachsen-Anhalt, die für den ländlichen Raum wichtige regionale Wertschöpfungsketten aufgebaut haben, ab 2023 in existenzielle Schwierigkeiten geraten werden.«

Conrad Thimm, bio2030.de